Als jemand, der in einer Zeit aufgewachsen ist, die mit der heutigen kaum vergleichbar ist, erkenne ich den Wert des Ehrenamts und die Bedeutung eines vielfältigen Angebots an Jugendclubs und Sportvereinen, in denen Betreuung und Unterstützung gesichert waren. Leider hat sich seitdem vieles verändert, und nicht unbedingt zum Guten. Das Ehrenamt muss mehr gefördert werden und darf nicht dazu dienen, dass die Stadt sich aus ihrer eigenen Verantwortung herauszieht.
Als ich aufwuchs, hatten wir acht Jugendclubs in Wismar – etwa das Wiki am Friedenshof mit Sportraum, Computerraum und engagierten Betreuern. Heute sind es nur noch zwei. Im KJFZ Wismar haben die Jugendlichen nicht einmal einen Computer, um nach der Schule eine Bewerbung zu schreiben oder Hausarbeiten zu recherchieren. Als Bürgermeister werde ich die Jugendarbeit wieder zur Priorität machen.
Meine konkreten Ziele:
- Jugendclubs stärken und ausbauen – mit zeitgemäßer Ausstattung und verlässlicher Betreuung
- Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar intensivieren – z.B. bei Projekten zur Verkehrsplanung oder Stadtentwicklung, bei denen Studierende praktisch mitarbeiten können
- Jugendliche aktiv einbinden – Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und vor allem die Jugendlichen selbst müssen zusammenarbeiten, um die richtigen Angebote zu schaffen
- Perspektiven schaffen – damit junge Menschen nach der Schule einen Grund haben, in Wismar zu bleiben und nicht nach Lübeck, Rostock oder Hamburg abwandern
Wenn sich ein Jugendlicher für seinen Ausbildungsweg entscheiden soll, braucht er gute Gründe, in Wismar zu bleiben. Das betrifft nicht nur Freizeitangebote, sondern auch die Frage, ob Unternehmen hier Nachfolge finden. Die Abwanderung junger Menschen ist eine direkte Gefahr für die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt.
Deshalb lade ich alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Gemeinsam können wir eine lebendige und zukunftsorientierte Jugendpolitik gestalten, die sicherstellt, dass unsere Jugendlichen die Unterstützung und Ressourcen erhalten, die sie verdienen.